Artikelreihe zu Outcomes, Benchmarks & Dashboard

Messbare Ergebnisse als Voraussetzung für erfolgreiche Interventionen

Die Ergebnismessung ist für alle Vorhaben von GRAVITA von großer Relevanz. Wir wollen sicherstellen, dass die umgesetzten Maßnahmen wirken. Aus diesem Grund werden in drei aufeinander folgenden Artikeln wichtige Aspekte zur Ergebnismessung detaillierter thematisiert.

Zunächst wird in diesem Artikel erläutert, warum messbare Ergebnisse eine Voraussetzung für erfolgreiche Interventionen sind. Der zweite Artikel wird sich insbesondere auf Benchmarks fokussieren, die als Zielwerte angestrebt werden können. Welche gibt es und wo können relevante Vergleichswerte gefunden werden?

Im dritten Beitrag stellen wir dann das im Projekt GRAVITA entwickelte Dashboard vor, mit dessen Hilfe die teilnehmenden Krankenhäuser speziell pflegesensitive Outcomes monitoren und Entwicklungen grafisch visualisieren können.

In GRAVITA selbst sind Ergebnismessungen wichtig. Wir haben daher eine Beschäftigtenbefragung erarbeitet, die bereits in zwei teilnehmenden Krankenhäusern durchgeführt wird. Zudem ermöglicht auch das GRAVITA-Dashboard, den Blick auf pflegesensitive Parameter zu richten und mit nationalen und internationalen Benchmarks zu vergleichen. Die GRAVITA-Arbeitsgruppe entwickelt krankenhausinterne Projekte, die während der Laufzeit auch umgesetzt und evaluiert werden sollen. Auch hier werden wir dementsprechend auf Wirkung und Effekte der Maßnahmen schauen.

Um den Erfolg eines Projektes messen zu können, ist die Formulierung von Zielen im Vorfeld unbedingt erforderlich. Die Moderatorin der Arbeitsgruppen – Dr. Patricia Hänel – fordert von den Teilnehmenden, dass die mit dem Projekt verbundenen Ziele SMART formuliert sind.

SMARTE Ziele formulieren und Erfolge messen

Viele Kinder lernen heutzutage bereits in der Schule, smarte Ziele zu formulieren. Smart klingt auch erst einmal kinderleicht, ist aber trotzdem voraussetzungsvoll. Ziele SMART zu formulieren, verschafft Sicherheit – die Beteiligten wissen, worum es in welchem Zeitraum gehen wird und woran der Erfolg und damit der Abschluss der Intervention zu erkennen sein wird. Smarte Ziele ermöglichen, dass während der Projektumsetzung nachgesteuert werden kann, falls das gesetzte Ziel nicht im erwarteten Zeitraum erreicht wird. Die Beteiligten erkennen Abweichungen vom geplanten Projektverlauf frühzeitig und können zeitnah gegensteuern. Nicht zuletzt stellt das Erreichen eines klar definierten Ziels einen großen Erfolg für das gesamte Team, die Station, die Abteilung oder das ganze Krankenhaus dar. Dieser Erfolg kann und muss gefeiert werden. Ohne klare Zielvorgabe bliebe auch das Erfolgsgefühl aus.

S – spezifisch: Es muss konkret formuliert werden, was erreicht werden soll.

M – messbar: Ziele, die keine messbaren Parameter haben, lassen sich nicht erreichen. Formulieren Sie daher, woran gemessen werden kann, wann das Ziel erreicht ist.

A – akzeptiert: Mitarbeitende müssen sich mit den zu erreichenden Zielen identifizieren können. Hierfür ist es erforderlich, dass diese positiv formuliert sind.

R – realistisch: Das Ziel muss mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen erreichbar sein.

T – terminiert: Es wird festgelegt, bis wann das formulierte Ziel erreicht werden soll.

Praktische Umsetzungsmöglichkeiten mit Fokus auf Ergebnisorientierung 

Es gibt im Rahmen der Arbeitsgruppen verschiedenste Herangehensweisen, Ergebnismessung zu integrieren. Denkbar ist die Umsetzung eines expliziten Outcome-Projektes, das sich ausschließlich auf Daten fokussiert. Das kann die Auswertung von Benchmarks, Qualitätszahlen oder wirtschaftlicher Ergebnisse sein ebenso wie die Dokumentation und Analyse pflegesensitiver Outcomes. Auch die Veröffentlichung von Assessment-Ergebnissen oder ein Peer-Review-Verfahren mit anderen Häusern fällt in diese Kategorie.

Alle anderen anvisierten Projekte erfordern ebenfalls eine genaue Festlegung von Ergebniskennzahlen. Soll beispielsweise der Anteil der akademisch ausgebildeten Pflegefachkräfte erhöht werden, müssen Erhebungen zum IST-Zustand erfolgen und angestrebte Zielgrößen festgelegt und terminiert werden.

Indikatoren ermöglichen Sichtbarkeit

Damit die Leistungen der Pflege für alle sichtbar gemacht werden können, bedarf es messbarer Indikatoren. Der dadurch ablesbare Einfluss von Pflegefachpersonen auf die Vermeidung von Risiken und die Gesundung von Patient*innen, wird auch die  gesamtgesellschaftliche Wahrnehmung der Pflege ändern. Messbare Indikatoren können zudem dazu beitragen, die Beiträge der Profession Pflege innerhalb der Gesundheitsversorgung vor Ort sichtbar zu machen und so die interprofessionelle Zusammenarbeit, insbesondere mit dem ärztlichen Dienst zu verbessern.

US-amerikanische Krankenhäuser setzen zudem auf Transparenz bei der Darstellung von Ergebnissen, um sich selbst und die Mitarbeitenden zu motivieren. Es gibt Krankenhäuser, die auf den Fluren für alle – Mitarbeitende ebenso wie Patient*innen und Angehörige – sichtbar aushängen, seit wie vielen Tagen z.B. keine Person mehr gestürzt ist. Diese Art der öffentlichen Darstellung von pflegerischen Ergebnissen macht die Pflege sichtbar. Pflegende, die öffentlich aushängen können, dass es seit 100 Tagen keinen Sturzvorfall mehr gegeben hat, entwickeln Stolz auf ihren Beitrag zu diesem Erfolg und Stolz auf ihre Arbeit allgemein.

Zukünftig wird es darum gehen, die Erhebung und Nutzung von Daten durch Pflegefachkräfte als Beitrag zur eigenen Qualitätsentwicklung stärker zu fokussieren, wodurch die Profession der Pflege gestärkt wird. Aktuell ist die Pflege noch mehrheitlich gefordert, selber Daten zu liefern, die dann an anderer Stelle ausgewertet werden. Im Projekt GRAVITA sind wir gespannt auf die Zielsetzungen der Arbeitsgruppen und werden an dieser Stelle auch von den Ergebnissen der Projektumsetzungen berichten.

 

Der zweite Beitrag zur Artikelreihe Outcomes wird sich mit konkreten pflegesensitiven Ergebnissen und Benchmarks beschäftigen. Mit diesen Vergleichswerten kann die Qualität der eigenen Arbeit in einem größeren Zusammenhang bewertet werden. Erfahren Sie, welche Werte verglichen werden können und wo etwaige nationale und internationale Vergleichswerte zu finden sind. Um über alle aktuellen Beiträge informiert zu werden, empfehlen wir Ihnen unseren GRAVITA-Newsletter.