Virtuelles Grundlagenseminar Evidenzbasierte Pflegepraxis

Was ist EBN?

Um eine bestmögliche Behandlung und Betreuung gewährleisten zu können, gewinnt die Evidenzbasierte Pflegepraxis in Deutschland immer mehr an Bedeutung.

Evidenzbasierte Pflege bedeutet konkret, dass die aktuell besten wissenschaftlichen Erkenntnisse in die Pflegepraxis einfließen. Pflegerische Entscheidungen werden auf Basis wissenschaftlich geprüfter Erfahrungen Dritter („externe Evidence“) und unter Berücksichtigung der individuellen Bedürfnisse und Erfahrungen der Pflegebedürftigen und Pflegenden („interne Evidence“) getroffen.

Pflegefachkräfte, die in evidenzbasierter Entscheidungsfindung geschult sind, können bessere Ergebnisse erzielen – im Sinne der Patient*innen und zu pflegenden Menschen. In der EBN-Schulung von GRAVITA werden Grundlagen der evidenzbasierten Pflegepraxis strukturiert vermittelt; Pflegefachkräfte lernen diese in ihrer täglichen Arbeit anzuwenden.

GRAVITA im Gespräch mit den EBN-Dozentinnen

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EBN-Seminar im Überblick

Modul 1: Einführung in die EBN-Methodik
Die Teilnehmenden erkennen die Bedeutung der EbN-Methodik für ihren Berufsalltag und werden sensibilisiert für die verschiedenen Aussagegehalte von Erfahrungs-, Experten- und evidenzbasiertem Wissen. Sie kennen das Konstrukt der informierten und evidenzbasierten (gemeinsamen) Entscheidungsfindung.
Die Teilnehmenden erhalten einen Überblick über Pflegeforschung und deren Prozess. Die Teilnehmenden können zwischen qualitativen und quantitativen Forschungsdesigns unterscheiden.

Modul 2: Therapie(interventions)studien
Die Teilnehmenden kennen den Unterschied zwischen Assoziation und Kausalität (Kohortenstudien vs. RCTs). Im Rahmen eines Stationenlernens setzen sich die Teilnehmenden mit Qualitätskriterien von RCTs auseinander und lernen, diese kritisch zu bewerten und interpretieren.

Modul 3: Systematische Übersichtsarbeiten und Leitlinien
Die Teilnehmenden kennen die Bedeutung von systematischen Übersichtsarbeiten und deren Aussagegehalt und wissen, wo diese zu finden sind. Sie sind in der Lage, Leitlinienempfehlungen zu interpretieren.

Modul 4: Systematische Literaturrecherche
Die Teilnehmenden führen entsprechend ihrer klinischen Fragestellungen eine systematische Literaturrecherche durch.

Modul 5: Diagnostische Studien
Die Teilnehmenden können Assessmentinstrumente in der Pflege kritisch hinsichtlich ihrer Testgüte und ihres Nutzens beurteilen. Die Teilnehmenden interpretieren Kennwerte der Testgüte und berücksichtigen die Problematik von Überdiagnostik und -therapie.

Modul 6: Anwendung von EbN
Die Teilnehmenden kennen Qualitätskriterien von evidenzbasierten Gesundheitsinformationen als Voraussetzung für eine informierte Entscheidungsfindung und können das Konzept der evidenzbasierten Entscheidungsfindung umsetzen. Die Teilnehmenden reflektieren die Umsetzbarkeit von EbN in die eigene Praxis und kennen mögliche Transferstrategien.

Didaktische Umsetzung
• Lernen anhand von Fallbeispielen
• Lesen von Studien und Artikeln
• Systematische Recherchearbeiten
• Vorträge und Präsentationen zum Abruf
• Gruppenarbeiten
• Rollenspiele
• Peerfeedback + Individuelles Feedback

Zielgruppe: Fachkräfte aus dem Gesundheitswesen (z.B. Pflege, Therapie), die in der direkten Versorgung von Patient*innen/Bewohnenden tätig sind

Teilnahmevoraussetzung: Vorliegen eines Tarifvertrages, Haustarifvertrag, AVR o.ä., sozialversicherungspflichtige Anstellung

Termin: 29.09. – 09.12.2021

Ort: Die Schulung besteht aus virtuellen Präsenzsitzungen und Selbstlernphasen

Zeitaufwand: Der Zeitumfang des gesamten Trainings beträgt 24 Stunden. Vier virtuelle Präsenzsitzungen sind geplant. Die Schulung ist für einen Zeitraum von 10 Wochen konzipiert und der wöchentliche Arbeitsaufwand für die Teilnehmenden beträgt zwischen 60-180 Minuten.

Dozentinnen:                                                                                                 Prof. Dr. Birte Berger-Höger                                                                    Universität Bremen, Institut für Public Health und Pflegeforschung

Dr. phil. Julia Lühnen                                                                             Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft

Organisatorische Hinweise:
Die virtuellen Präsenzsitzungen werden mehrfach angeboten (siehe Anmeldeformular), so dass die Gruppengröße 10-15 Personen nicht überschreitet und dauern zwischen 90 und 135 Min. Alle anderen Lernaktivitäten werden als Selbststudienphase oder (virtuelle) Gruppenarbeiten gestaltet und können asynchron in einem vordefinierten Zeitfenster von den Teilnehmenden bearbeitet werden.
Die virtuellen Präsenzsitzungen werden über den virtuellen Klassenraum Webex der Universität Halle stattfinden. Die Arbeitsaufträge und Lernmaterialien werden auf der Lernplattform ILIAS bereitgestellt. Arbeitsergebnisse können auf eben dieser hochgeladen werden.
Innerhalb der Selbststudienphase sind Screencasts (aufgezeichnete Präsentationen), Arbeitsblätter und Übungen in ILIAS hinterlegt, die selbstständig von den Teilnehmenden bei freier Zeiteinteilung innerhalb eines bestimmten Zeitfensters zu bearbeiten sind. Die Dozentinnen bieten, insbesondere für die virtuellen Gruppenarbeiten online Sprechstunden über Webex an.

Technische Voraussetzungen:

  • PC oder Laptop mit Headset (und ggf. Webcam)
  • ggf. Drucker, falls sich die Teilnehmenden Arbeitsaufträge ausdrucken möchten

Kosten: kostenfrei (finanziell gefördertes ESF-Projekt)

Abschluss: Teilnahmebescheinigung

Anmeldung:  per Anmeldeformular zum Download

Ansprechperson:                                                                                     Grynet Kleiner
Tel.:  030 / 6840-1843
E-Mail: kleiner.grynet@maxq.net

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